In meiner Praxis der Verräumlichung von Sprache wird der jeweilige Text durch die geometrische Form bzw. die Bewegung gebrochen und in einen anderen Bedeutungsraum transformiert. Es werden innerhalb eines geometrischen Körpers widersprüchliche Ansichten von erfundenen und/oder gefundenen (zitierten) Quellen abgebildet. So entstehen Objekte, die die Vielschichtigkeit von Sprache komprimieren bzw. ihre Dualismen deckungsgleich abbilden und teilweise animieren.
Gerade die Präsentation von Arbeiten, die sich mit der Herkunft sowie Verwendung von Allgemeinplätzen beschäftigen, begreife ich als Anregung, sich – im Sinne der Einfachheit und Direktheit – im alltäglichen Umfeld zu reflektieren und positionieren.
In meinen Textarbeiten sehe ich die Möglichkeit, semantische Doppeldeutigkeiten in Raum- und Ortsbezüge zu übersetzen, um damit eine festgesetzte Lesart zu umgehen.
Geometrie und Raum begreife ich als eine "Welt"-Konstruktion im Modell der Mathematik und der Sprache zwischen Bedeutung und Nicht-Sinn.
Die Doppeldeutigkeit, insbesondere der deutschen Sprache, nutze ich, um Übergänge zu anderen Bedeutungsräumen zu schaffen und der Arbeit ein verflochtenes System aus wahr/falsch, neu/alt und gleich/ungleich zugrunde zu legen.
Im Gesamtaufbau einer Präsenatation stelle ich inhaltliche Bezüge her, die wie ein Rollenspiel Entscheidungen ermöglichen, so dass ein Betrachter die Möglichkeit erhält, frei von diktierten Lesarten eigene Interpretationen zu fassen. Häufig greife ich vordergründig anspruchslose und banale Textpassagen und -fragmente auf. Konstruktion von Sinn wird mit Destruktion desselben abwechseln.
Bewusst sollen die Objekte selbstgebauten Charakter behalten, um die Nachvollziehbarkeit, gleich eines Selber-Machen-Könnens, zu bewahren.
Damit forciere ich eine dekonstruierende Lesart, die auf die Sichtbarmachung von Sinnhaftigkeit als kontigenter Erfahrung abhebt. Ein wichtiges Moment der Textarbeiten liegt im zeitlichen Zusammenfallen von Phasen des Widersprüchlichen, die letztlich auch eine historisch-politische Dimension berühren.
Text: Jirka Pfahl/ Daniela Stöppel, im Herbst 2010
Jirka Pfahl (m) geboren 1976 in Wurzen
1997 div. Fotopraktika (u.a. Fa. Mercedes-Benz, Mannheim, Fa. Oswald, Schwörstadt)
1998 Medienkunststudium HGB Leipzig
1999 Gründung KünstlerInnengruppe Hobbyshop
2004 Diplom Prof. Helmut Mark, Prof. Dr. Beatrice von Bismarck, HGB Leipzig
2005 Gasthörer Klasse Prof. Joseph Kosuth, AdBK München
2005 - 2008 Galerie Hobbyshop München => http://www.hobbyshop.monospaced.org
2008/2009 Lehrtätigkeit Abendakademie, HGB Leipzig
seit 2009 Mitglied bei Künstlerkollektiv Porschismus
2010 Meisterschüler Prof. Helmut Mark, HGB Leipzig
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